Der Caprivizipfel und Westbotswana (August 2015)

 

Nach unserem Besuch im Etosha Nationalpark ging es in Richtung des Caprivizipfel, einem 450km langen schmalen Landkorridor, welcher Namibia Zugang zum Sambesi gewährt. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir an unterschiedlichen Stellen am Okavango und genossen die grüne Landschaft im Kontrast zum Rest des Landes. Wir verbrachten einen geselligen Abend mit Jean & Julien aus Südafrika und Naturführer Stix aus Namibia bevor es an die lange Fahrt durch den schmalsten Teil des Caprivizipfels ging. Im wunderschönen Bwabwata Nationalpark folgten wir dem Kwando-Fluss entlang tiefsandiger Tracks und erspähten Nilpferde, Krokodile, Elefanten, Warzenschweine und Impalas. Im Süden des Parks unterstütz offene Savanne eine Vielzahl and Wildtieren und wir liefen Wasserbüffeln, Zebras und Halbmondantilopen über den Weg. Kurz vor der Dämmerung wollten wir uns auf den Weg in das kleine Nationalpark-Camp machen, jedoch entschieden sich hunderte von Elefanten unsere Spur zu blockieren. Auch viele Jungtiere fanden sich darunter und die Dickhäuter machten kein Geheimnis daraus, dass sie keine Platz für uns machen würden. Wegen des Tiefsands hätten wir im Falle eines Angriffs auch nicht schnell genug vom Fleck kommen können. Mit viel Geduld und dem allerletzten bisschen Tageslicht erreichten wir dann schlussendlich doch das Camp. Am nächsten Tag erkundeten wir den Park noch etwas weiter und wurden mit einer Gruppe seltener Rappenantilopen mit ihren majestätischen Hörnern belohnt.

 

Die Nacht verbrachten wir am friedlichen Kwando-Fluss außerhalb des Parks und besuchten ein Cultural Village am nächsten Morgen. Diese Gemeinde-Projekte sollen dem Besucher die traditionelle Lebensweise der verschiedenen Volksgruppen Namibias nahe bringen. Normalerweise bleiben wir von zur Schau gestellter „Tradition“ fern, jedoch entpuppte sich unser Besuch als sehr informativ und angenehm. Der Medizinmann hatte sogar unglaublich traditionelle Tattoos inklusive Marihuana-Blatt und „Thug Life“. 🙂

 

Auf dem Weg in den südlichen Teil des Caprivizipfel fuhren wir durch den Mudumu National Park und hatten weniger Glück mit unseren Sichtungen. Immerhin ließen sich am Ende noch ein paar Elefanten, Kudus und Nilpferde blicken. Nach einer Nacht auf einem kleinen Community-Campingplatz besuchten wir den Mamili Nationalpark. Die sumpfartige Umgebung bietet Lebensraum für eine Vielfalt an interessanten Vögeln sowie die scheuen roten Moorantilopen. Der Parkbesuch war unglaublich friedlich und wir hatten die Gegend fast ausschließlich für uns allein.

 

In Katima Mulilo, der größten Stadt der Region, fanden wir wieder etwas afrikanischere Atmosphäre vor mit lauter Musik, Menschengewusel und frischem Obst und Gemüse auf den Märkten. Wir verbrachten ein paar superentspannte Tage auf dem Campingplatz der Caprivi House Boat Lodge direkt am Sambesi. Die Ehrlichkeits-Bar wurde rege besucht und die Abende mit Gästen sowie Angestellten waren sehr angenehm. Am letzten Abend unternahmen wir noch eine kleine Bootstour auf dem Fluss zum Sonnenuntergang. Unser Skipper trank zwar mehr Bier als wir, hielt auch mal für einen kleine Flirt mit den Frauen am Uferrand an und ließ ins fast im zu dieser Jahreszeit sehr flachen Sambesi stranden, jedoch hatten wir viel Spaß mit ihm und sahen viele Nilpferde, Krokodile, Fischadler und sogar ein Otter, welches ein schwimmendes Krokodil ärgerte und immer schnell vor dessen Bissen davon schwamm. Unbeabsichtigterweise fanden wir uns einmal auch inmitten einer Nilfpferdfamilie wider, welche eine nach dem anderen ihren Kopf zeigte und uns böse anstarrte – da wurde uns schon ein bisschen mulmig, da diese Tiere Boote ohne weiteres kentern lassen.

 

Es ging die lange gerade Straße den Zipfel entlang zurück und wir versuchten eine Unterkunft zu finden, bevor es nach Botswana weitergehen sollte. Leider hatten die Südafrikaner gerade Schulferien und jeder Campingplatz war ausgebucht. Erst beim fünften hatten wir Erfolg und verbrachten den Abend am trägen Okavango. Der letzte Park der Region (Mahango NP) stand am nächsten Morgen noch auf dem Programm und wir fanden viele Tiere vor. Seltene und scheue Sumpfantilopen, Zebras, gigantische Marabus, Paviane, Gnus, Wasserbüffel, Elefanten und Nilpferde erwiesen uns die Ehre ihrer Anwesenheit. Die Grenzüberquerung nach Botswana verlief gewohnt einfach wie fast überall im südlichen Afrika und wir folgten der Straße westlich des Okavango-Deltas entlang zu den Tsodilo-Bergen. Hier finden sich eine große Anzahl an Felsmalereien der Buschmännern. Den Nachmittag verbrachten wir in bester Gesellschaft – durstige Ziegen, hunderte Fliegen und noch mehr Moskitos. Die geführte Wanderung in die Berge war sehr schön und unser Führer gab uns einen tieferen Einblick in die traditionelle Lebensweise der Khoisan. Mit Übernachtungsstopps in Guma Lagoon, der größten Wasserfläche des Okavango-Deltas, Ghanzi und Gobabis wieder in Namibia kamen wir in Windhoek an. Marc & Doro waren gerade eingeflogen und wir verbrachten zwei schöne Tage mit Braai und Potje bevor es für uns in die Berge bei Omaruru ging. Unsere letzten verbliebenen Tage verbrachten wir dort in totaler Einsamkeit vor dem anstehenden Rückflug nach Europa. Wir hatten noch eine weitere Saison an Arbeit in den Bergen Norwegens vor uns, bevor wir die Afrikaumrundung endgültig fortsetzen konnten.

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