Zurück in Namibia! (Juli 2015)

 

Nach einer langen Wintersaison mit vielen Arbeitsstunden in Norwegen kehrten wir für zwei Monate nach Afrika zurück. Wir hatten noch für eine weitere Saison zugesagt und wollten deshalb die Ruhe, Einsamkeit und Natur Namibias genießen sowie einige Änderungen und Verbesserungen am Land Cruiser durchführen. Also verbrachten wir etwa zwei Wochen in der Hauptstadt Windhoek und trafen viele andere Reisende. Das Auto bekam einen wohlverdienten Service inklusive einiger neuer Dichtungen, wir erwarben eine neue Kompressor-Kühlbox um unsere über 30 Jahre alte Box in Rente schicken zu dürfen, installierten ein neues Dachzelt, da das Chinazelt den Strapazen der Reise nicht gewachsen war, ersetzen die kaputten Campingstühle, kauften ein neues Set Reifen und installierten eine halbes Old Man Emu Feder- und Stoßdämpfer-Paket – halbes, da die Front-Federn in den zwei Monaten nie aus Südafrika ankamen.

 

Über einige Hinterlandsstraßen ging es dann in den freundlichen kleinen Ort Omaruru wo wir die lokale Schokoladenmanufaktur und die Kristallkellerei besuchten, welche hier in ungewöhnlich wüstenartigem Klima Wein herstellt. Die Nächte waren wieder einmal bitterkalt und die Sonne brachte erst spät am Morgen Erleichterung.

 

Unser Weg führte uns abermals ins Oppikoppi Restcamp, wo wir im vorherigen Jahr so viele schöne Tage verbrachten. Leider wurde ich aus heiterem Himmel extrem krank. Kaum fähig, mich auf den Beinen zu halten mit hohem Fieber und konstant nahe der Ohnmacht mussten wir uns ein Zimmer nehmen, da ich es nicht einmal aus dem Dachzelt zu den Waschräumen schaffte. Der erste Gedanke in einem solchen Fall ist immer Malaria, jedoch befanden wir uns im Winter in einem wenig bis kein Risiko Gebiet. Später hinzukommende Symptome deuteten dann auf eine Giardiose hin, eine durch Geißeltierchen im Trinkwasser hervorgerufene Krankheit welche mich noch für die weiteren zwei Monate begleiten würde.

Wir wollten jedoch das abgelegene Kaokoland erkunden und brachen nach ein paar Nächten wieder auf. Bei Ruacana trafen wir abermals auf den Kunene und verbrachten zwei entspanne Tage an seinem Ufer unter anderem mit sehr freundlichen Südafrikanern und einem stundenlangem und heiterem Braai (Grillen). Ein massiver Waran hatte Gefallen an Jasmine gefunden und jagte sie zu meiner Erheiterung durchs Camp und eine Meerkatze (kleiner Affe) öffnete unsere Autotür und entwendete eine Orange.

 

Eine sehr felsige und raue Piste entlang des Kunene führte uns zu den fantastischen Epupa-Fällen. Ich genoss die Herausforderung und Jasmine hasste jede Minute, immer in der Angst, wir würden jede Minute auf der Seite liegen. Selbstverständlich passierte dies nicht und wir kamen in einem Stück an und verbrachten die nächsten zwei Tage in der wunderschönen Umgebung. Die lokalen Himba verkauften uns die besten Brötchen seid der Demokratischen Republik Kongo und wir versuchten wenig erfolgreich, ihnen ein paar Reifen-Flipflops abzukaufen. Es fanden sich tatsächlich drei junge Männer, welche sich von ihren trennen wollten, jedoch waren diese viel zu groß für Jasmine, die ihr Paar in der Namib-Wüste Angolas vergessen hatte.

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