Dakar, Delta und fiebrige Nächte (Oktober-November 2013)

 

Dakar war wie erwartet nicht unsere Lieblingsstadt in Afrika. Auf die Halbinsel zu kommen dauerte ewig wegen des vielen Verkehrs und der Engpässe bei Rufisque. Wir hatten von einem Restaurant (Sunugal) in N’gor gehört, welches Camping erlaubt. N’Gor war einst ein Fischerdorf und ist mittlerweile quasi ein nördlicher Stadtteil von Dakar wo viele Europäer ihren Wohnsitz haben. Das Areal war eine willkommene Rückzugsbasis vom Lärm und Verkehr der Stadt mit Privatstrand an einer künstlichen Lagune – ein bisschen wie eine übergroße Badewanne aber großartig zum Abkühlen. 🙂

Am ersten Tag ging es zu Fuß und respektvoll gekleidet mit festen Schuhen, Jeans und Hemd zur Botschaft von Ghana. Die gute Frau dort war jedoch wenig beeindruckt und verwies nur auf die relativ neue Regelung, dass Visen schon im Heimatland beantragt werden müssen. Unsere Erklärungsversuche, dass wir schon seit Monaten unterwegs sind und ein vorher beantragtes Visum längst ausgelaufen wäre, stießen auf keinerlei Interesse und wir gaben uns geschlagen. In Freetown in Sierra Leone versuchen wir es nochmal, ansonsten geht’s wohl von Sierra Leone aus ein zweites Mal nach Guinea und dann über Mali und Burkina Faso nach Togo.

Einen weiteren Tag verbrachten wir in der Innenstadt. Der Bus vom Flughafen zum Präsidentenpalast hielt an jeder Ecke und nahm die kleinsten Straßen, weshalb wir weit über eine Stunde bis zum Zentrum brauchten. Der berühmte Place de l’Indépendance war völlig vernachlässigt und bevölkert von Kleinkriminellen und anderen Nervensägen. Wir wollten den Markt Sandaga besuchen, um unsere Obst- und Gemüsevorräte aufzustocken. Ein Feuer machte dem jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die Markthalle stand noch unter Flammen und Menschen trugen ruinierte Nähmaschinen und andere Waren aus dem Rauch. Fabian fand endlich ein paar Leder-Flip-Flops in seiner Übergröße, welche jedoch so stark getönt waren, dass sie seine Füße und Kleidung für die nächsten Wochen rot färbten. Auf dem Weg zurück nach N’Gor blieb unser Bus für etwa eine halbe Stunde in einer Seitenstraße stecken, da der Weg komplett zugeparkt war. Alles in allem beeindruckte uns Dakar nur wenig.

Wir freuten uns zu hören, dass Huw für ein paar Wochen in Dakar bei seinem Bruder wohnte. Wir hatten für einige Monate zusammen in Australien gearbeitet und genossen das Wiedersehen und zu viel Bier.

Dem Stadtverkehr nach ein paar Stunden entkommen ging es in Richtung Sine-Saloum-Delta mit Zwischenstopps in den hübschen Küstendörfern Toubab Dialaw und Popenguine. Die schöne Lodge mit Campingplatz Djidjack bildete unsere Basis für die Erkundung des Deltas mit langem, einsamen Strand davor und vielen bunten Vögeln in den Bäumen. Zusammen mit James und Susi, welche mit ihrem Land Rover ebenfalls auf dem Weg nach Südafrika sind, mieteten wir uns eine Piroge und erkundeten die Mangroven. Wir sahen einige Vögel und ein paar Affen, jedoch alles in allem nicht unglaublich viel Tierleben. Das Entlanggleiten zwischen den Mangroven mit nicht einer Menschenseele in Sicht war dennoch eine schöne Erfahrung.

Am Folgetag erwischte es Fabian mit heftigem Durchfall, steifem Rücken und schlussendlich 39° C und steigend Fieber. Paracetamol zeigte keinerlei Wirkung und die Wahrscheinlichkeit von Malaria konnte nicht ausgeschlossen werden – speziell da wir unglaublich viele Moskitostiche in den letzten Wochen bekamen und unser Spray sich als recht wirkungslos entpuppte. Also entschlossen wir, zurück nach Norden in die nächstgrößere Stadt Mbour mit dem am nächsten liegenden Krankenhaus zu fahren. Der Weg dorthin war wenig erfreulich, da Fabian häufig kurz vor der Ohnmacht war und mehrmals im Schatten des Autos ausruhen musste. Unser Land Cruiser hat keine Servolenkung, weshalb es für Jasmine schwierig ist, die 3 Tonnen sicher zu bewegen, weshalb Fabian der Fahrer ist. Mittlerweile haben wir jedoch geübt, so dass wir im Notfall beide das Steuer übernehmen können.

Nach etwas Sucherei fanden wir das Krankenhaus und nach einer Paracetamol-Infusion und Erklärungsversuchen, dass Fabians rote Füße keinerlei Symptom sind, sondern eine Flip-Flop-Problematik darstellen, ging das Fieber um ein halbes Grad zurück. Am nächsten Tag ging es zur Blutanalyse, wessen Ergebnis jedoch wegen des Wochenendes mehrere Tage auf sich warten ließ. Glücklicherweise entpuppte sich das Ganze als normale Virus-Infektion und nichts Gravierenderes. Die Tage zwischen Analyse und Resultat verbrachten wir auf einem Campingplatz in Saly mit schönem Strand und freundlichen Einheimischen.

Nun konnte uns nichts mehr stoppen, endlich über Kaolack zur Grenze Gambias zu fahren.

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